Welche Trockene-Lippen-Krankheit verursacht spröde, brennende oder ständig eingerissene Lippen? Können Eisenmangel, Diabetes oder eine Schilddrüsenstörung dahinterstecken? Und ab wann reicht ein gewöhnlicher Lippenpflegestift nicht mehr aus?
Trockene Lippen sind meistens keine eigenständige Krankheit. Häufig entstehen sie durch Kälte, trockene Luft, Wind, Sonne, Flüssigkeitsmangel oder ständiges Lippenlecken. Halten die Beschwerden jedoch länger an, können eine Lippenentzündung, Kontaktallergie, Infektion, Hautkrankheit, Medikamentennebenwirkung oder ein Nährstoffmangel beteiligt sein.
Eine Diagnose lässt sich nicht allein am Aussehen der Lippen stellen. Entscheidend sind zusätzliche Symptome, mögliche Auslöser und die Dauer der Beschwerden.
Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine Untersuchung. Stark geschwollene, entzündete, blutende oder dauerhaft veränderte Lippen sollten ärztlich beurteilt werden.
Trockene Lippen Krankheit im Überblick
| Mögliche Ursache | Typische Anzeichen | Empfohlene Maßnahme |
| Kälte, Wind oder Heizungsluft | Raue, spannende, leicht schuppige Lippen | Reizfreie Fettsalbe und Wetterschutz |
| Häufiges Lippenlecken | Trockener roter Bereich um den Mund | Lecken vermeiden, Schutzbarriere auftragen |
| Intensive UV-Strahlung | Brennen, Rötung, später Schuppen | Lippenpflege mit hohem Lichtschutz |
| Flüssigkeitsmangel | Durst, trockener Mund, dunkler Urin | Flüssigkeitsverlust ausgleichen |
| Kontaktallergie | Juckreiz, Brennen und wiederkehrende Rötung | Verdächtige Produkte absetzen |
| Cheilitis | Entzündete, rissige oder geschwollene Lippen | Ursache ärztlich klären lassen |
| Mundwinkelrhagaden | Schmerzhafte Risse an den Mundwinkeln | Infektion und Mangel ausschließen |
| Eisen- oder Vitaminmangel | Müdigkeit, Blässe, brüchige Nägel | Blutuntersuchung statt Selbstdiagnose |
| Lippenherpes | Kribbeln und gruppierte Bläschen | Frühzeitig behandeln und Ansteckung vermeiden |
| Pilzinfektion | Brennen, Beläge oder entzündete Mundwinkel | Antipilzmittel nur nach Diagnose |
| Medikamentennebenwirkung | Beginn nach neuer Behandlung | Arzt oder Apotheke ansprechen |
| Chronischer Sonnenschaden | Dauerhaft raue Stelle an der Unterlippe | Zeitnah dermatologisch untersuchen |
Sind trockene Lippen eine Krankheit?
Trockene Lippen sind zunächst ein Symptom. Der medizinische Begriff für eine Entzündung der Lippen lautet Cheilitis. Dabei können die Lippen trocken, gerötet, geschwollen, schuppig, rissig oder schmerzhaft sein.
Nicht jede spröde Lippe ist deshalb eine Cheilitis. Wenn die Beschwerden nach wenigen Tagen mit Wetterschutz und reizfreier Pflege verschwinden, liegt meist nur eine vorübergehende Austrocknung vor.
Für eine behandlungsbedürftige Trockene-Lippen-Krankheit sprechen eher:
- Beschwerden über mehrere Wochen
- Wiederkehrende Entzündungen
- Starke Schmerzen oder Brennen
- Nässende oder blutende Risse
- Deutliche Schwellungen
- Bläschen oder auffällige Beläge
- Eine einzelne Stelle, die nicht abheilt
- Weitere Beschwerden an Haut, Augen oder Mund
Warum werden Lippen schneller trocken als andere Hautbereiche?
Die Lippenhaut ist dünn und kann Feuchtigkeit nur begrenzt speichern. Gleichzeitig ist sie ständig Wind, Kälte, Sonne, Speichel, Nahrungsmitteln und Pflegeprodukten ausgesetzt. Deshalb verliert sie besonders schnell Wasser.
Zu den häufigsten äußeren Ursachen gehören:
- Kaltes Winterwetter
- Trockene Heizungsluft
- Klimaanlagen
- Wind
- Intensive Sonnenstrahlung
- Salzwasser oder Chlorwasser
- Häufige Mundatmung
- Reibung durch Masken oder Instrumente
- Ungeeignete Lippenpflege
- Wiederholtes Lecken, Beißen oder Zupfen
Vor allem das Ablecken verschlimmert trockene Lippen. Speichel befeuchtet sie nur kurzfristig. Wenn er verdunstet, bleibt die Haut noch trockener zurück. Zudem können Speichelbestandteile die ohnehin geschädigte Hautbarriere reizen.
Welche Krankheit steckt hinter trockenen Lippen?
Mehrere Erkrankungen können anhaltend spröde Lippen verursachen. Das Symptom allein reicht jedoch nie für eine sichere Diagnose.
Cheilitis: Entzündete und trockene Lippen
Cheilitis ist ein Sammelbegriff für verschiedene Lippenentzündungen. Je nach Ursache können unterschiedliche Formen auftreten.
Typische Beschwerden sind:
- Rote und empfindliche Lippen
- Starke Schuppenbildung
- Brennen oder Schmerzen
- Tiefe Risse
- Schwellungen
- Krusten
- Wiederkehrende Blutungen
Auslöser können Reizstoffe, Allergien, UV-Schäden, Infektionen, Hautkrankheiten oder bestimmte Medikamente sein. Daher gibt es keine einheitliche Behandlung für jede Lippenentzündung.
Kontaktdermatitis durch Lippenpflege und Kosmetik
Manchmal wird die vermeintliche Trockene-Lippen-Krankheit durch das Produkt ausgelöst, das eigentlich helfen soll. Eine irritative Kontaktdermatitis entsteht durch direkte Reizung. Eine allergische Kontaktdermatitis beruht dagegen auf einer allergischen Reaktion gegen einen Inhaltsstoff.
Mögliche Auslöser sind:
- Lippenstift und Lipgloss
- Lippenpflegestifte
- Duft- und Aromastoffe
- Zahnpasta und Mundspülung
- Sonnenschutzmittel
- Ätherische Öle
- Metalle an Musikinstrumenten
- Zahnmedizinische Materialien
Warnzeichen sind Juckreiz, Brennen und eine Rötung, die nach der Verwendung eines bestimmten Produkts wiederkehrt. Dermatologen empfehlen bei spröden Lippen möglichst reizfreie und unparfümierte Produkte. Inhaltsstoffe wie Menthol, Kampfer, Duftstoffe sowie Pfefferminz- oder Zimtaromen können bereits geschädigte Lippen zusätzlich reizen. American Academy of Dermatology
Neurodermitis und Lippenekzem
Neurodermitis kann auch die Lippen sowie die Haut rund um den Mund betreffen. Betroffene leiden häufig unter trockener, empfindlicher und juckender Haut. Die Beschwerden verlaufen oft in Schüben.
Neben Neurodermitis kommen weitere Ekzemformen infrage. Ein Lippenekzem kann durch trockene Luft, Speichel, Kosmetik oder Allergene ausgelöst werden. Ist die Ursache unklar, kann eine dermatologische Untersuchung einschließlich Allergietest sinnvoll sein.
Lippenleck-Dermatitis
Bei der Lippenleck-Dermatitis entsteht ein gereizter roter Ring um den Mund. Die Rötung reicht häufig über das eigentliche Lippenrot hinaus. Besonders Kinder, aber auch Erwachsene mit einer unbewussten Leckgewohnheit können betroffen sein.
Eine fettende Schutzsalbe hilft nur begrenzt, wenn die Lippen weiterhin ständig abgeleckt werden. Daher muss vor allem die Gewohnheit unterbrochen werden.
Trockene Lippen durch Mangelerscheinungen
Wer nach dem Begriff Trockene Lippen Krankheit sucht, vermutet häufig einen Vitamin- oder Mineralstoffmangel. Tatsächlich können bestimmte Mängel Veränderungen der Mundschleimhaut, Lippen oder Mundwinkel begünstigen. Dennoch ist ein Mangel deutlich seltener als Kälte, trockene Luft oder eine lokale Reizung.
Eisenmangel
Eisenmangel kann trockene Haut und Lippen verursachen. Mögliche zusätzliche Beschwerden sind:
- Müdigkeit und Leistungsschwäche
- Blasse Haut
- Kopfschmerzen
- Konzentrationsprobleme
- Brüchige Nägel
- Haarausfall
- Entzündete Mundschleimhaut
- Eingerissene Mundwinkel
Gesund.bund.de nennt trockene Haut und Lippen als mögliche Begleiterscheinungen eines Eisenmangels. Ob ein Mangel besteht, lässt sich durch Blutwerte wie Hämoglobin und Ferritin beurteilen.
Vitamin-B-Mangel
Verschiedene B-Vitamine sind für Haut, Schleimhäute und Stoffwechsel wichtig. Veränderungen an Lippen und Mundwinkeln können unter anderem bei einem Mangel an Vitamin B2, B6, B12 oder Folsäure auftreten.
Ein Mangel kann beispielsweise durch eine sehr einseitige Ernährung, Aufnahmestörungen im Darm, bestimmte Medikamente, übermäßigen Alkoholkonsum oder einen erhöhten Bedarf entstehen. Die möglichen Ursachen eines Vitamin-B-Mangels sind vielfältig. Gesund.bund.de
Zinkmangel
Zink ist unter anderem an der Wundheilung und Immunabwehr beteiligt. Ein ausgeprägter Mangel kann Hautveränderungen und eine schlechtere Wundheilung verursachen. Trockene Lippen allein sind jedoch kein zuverlässiger Beweis für einen Zinkmangel.
Keine Nahrungsergänzungsmittel auf Verdacht
Eisen, Zink und Vitamine sollten nicht dauerhaft hoch dosiert eingenommen werden, ohne dass ein Mangel festgestellt wurde. Zu hohe Mengen können Nebenwirkungen verursachen oder andere Nährstoffe beeinflussen. Bei einem konkreten Verdacht ist eine Blutuntersuchung sinnvoller.
Eingerissene Mundwinkel: Krankheit oder Mangel?
Eingerissene Mundwinkel werden als Mundwinkelrhagaden oder anguläre Cheilitis bezeichnet. Sie können schmerzen, brennen, nässen und beim Sprechen oder Essen erneut aufreißen.
Mögliche Ursachen sind:
- Trockene und empfindliche Haut
- Ständige Feuchtigkeit durch Speichel
- Tiefe Hautfalten an den Mundwinkeln
- Pilzinfektion mit Candida
- Bakterielle Infektion
- Eisen- oder Vitaminmangel
- Schlecht sitzender Zahnersatz
- Ein geschwächtes Immunsystem
- Diabetes als begünstigender Faktor
Mundwinkelrhagaden und trockene Lippen sind nicht dasselbe. Sie können jedoch gleichzeitig auftreten. Vor allem wiederkehrende oder beidseitige Mundwinkelrisse sollten untersucht werden.
Trockene Lippen durch Diabetes
Diabetes ist keine typische direkte Ursache für spröde Lippen. Bei stark erhöhtem Blutzucker können jedoch Durst, häufiges Wasserlassen und Flüssigkeitsverlust auftreten. Zudem kann Diabetes Infektionen und Wundheilungsstörungen begünstigen.
Eine ärztliche Blutzuckerkontrolle ist besonders sinnvoll, wenn trockene Lippen gemeinsam mit folgenden Beschwerden auftreten:
- Ungewöhnlich starker Durst
- Häufiges Wasserlassen
- Unerklärlicher Gewichtsverlust
- Ausgeprägte Müdigkeit
- Wiederkehrende Infektionen
- Langsam heilende Wunden
Trockene Lippen allein erlauben keine Aussage darüber, ob Diabetes vorliegt.
Schilddrüse als Ursache trockener Lippen
Eine Schilddrüsenunterfunktion kann Haut und Schleimhäute trockener machen. Betroffene bemerken möglicherweise auch spröde Lippen. Normalerweise treten jedoch weitere Symptome hinzu:
- Müdigkeit
- Erhöhte Kälteempfindlichkeit
- Gewichtszunahme
- Verstopfung
- Trockene Haare
- Konzentrationsprobleme
- Langsamer Herzschlag
Ob eine Schilddrüsenstörung vorliegt, lässt sich anhand der Beschwerden und einer Blutuntersuchung feststellen. Die Lippen allein liefern keine sichere Diagnose.
Trockene Augen, trockener Mund und trockene Lippen
Treten trockene Lippen zusammen mit einem anhaltend trockenen Mund und trockenen Augen auf, sollte die Ursache medizinisch geklärt werden.
Mögliche Erklärungen sind:
- Zu geringe Flüssigkeitsaufnahme
- Mundatmung
- Nebenwirkungen von Medikamenten
- Erkrankungen der Speicheldrüsen
- Autoimmunerkrankungen wie das Sjögren-Syndrom
Beim Sjögren-Syndrom greift das Immunsystem unter anderem Tränen- und Speicheldrüsen an. Häufig stehen trockene Augen und ein trockener Mund stärker im Vordergrund als die Lippen.
Welche Medikamente verursachen trockene Lippen?
Medikamente können trockene Lippen oder Mundtrockenheit hervorrufen. Besonders bekannt ist Isotretinoin, das bei schwerer Akne eingesetzt wird. Stark spröde und entzündete Lippen gehören zu den typischen Begleiterscheinungen dieser Behandlung.
Weitere mögliche Auslöser sind je nach Wirkstoff:
- Andere Retinoide
- Bestimmte Antidepressiva
- Antihistaminika gegen Allergien
- Entwässernde Medikamente
- Einige Blutdruckmittel
- Bestimmte Schmerzmittel
- Manche Krebsbehandlungen
Eine Chemo- oder Strahlentherapie kann eine Entzündung der Mundschleimhaut verursachen. Diese Mukositis kann mit Mundtrockenheit, Schmerzen, Geschwüren und Problemen beim Essen einhergehen. NHS
Verordnete Medikamente sollten niemals eigenständig abgesetzt werden. Stattdessen kann die behandelnde Praxis eine geeignete Pflege empfehlen oder die Behandlung anpassen.
Infektionen an trockenen Lippen erkennen
Tiefe Risse schwächen die Schutzbarriere. Dadurch können Krankheitserreger leichter eindringen. Gleichzeitig können bestimmte Infektionen selbst wie trockene oder entzündete Lippen aussehen.
Lippenherpes
Bei Lippenherpes beginnt die Erkrankung häufig mit:
- Kribbeln
- Brennen
- Juckreiz
- Spannungsgefühl
- Kleinen gruppierten Bläschen
Die Bläschen können später aufplatzen und verkrusten. Lippenherpes wird durch Herpes-simplex-Viren verursacht und ist ansteckend. Sonne, Fieber, Stress sowie kleine Verletzungen und Risse können einen erneuten Ausbruch begünstigen. Gesund.bund.de
Pilzinfektion
Candida-Pilze können vor allem entzündete Mundwinkel oder die Mundschleimhaut betreffen. Mögliche Anzeichen sind weißliche Beläge, Brennen, ein pelziges Gefühl und gerötete Schleimhaut.
Eine orale Candidose tritt häufiger bei geschwächter Immunabwehr, Zahnprothesen oder nach bestimmten Behandlungen auf. Gesund.bund.de
Bakterielle Infektion
Bakterien können in offene Risse gelangen. Starke Schmerzen, Überwärmung, zunehmende Schwellung, Eiter oder sich ausbreitende Rötungen sprechen für eine mögliche Infektion.
Antibiotische oder pilzhemmende Cremes sollten nicht auf Verdacht verwendet werden. Eine falsche Behandlung kann Beschwerden verschleiern oder verschlimmern.
Aktinische Cheilitis durch dauerhafte Sonnenschäden
Eine besonders wichtige Form der Trockene-Lippen-Krankheit ist die aktinische Cheilitis. Sie entsteht durch langjährige UV-Belastung und betrifft häufig die Unterlippe. Die Veränderung gilt als mögliche Vorstufe von Hautkrebs.
Mögliche Warnzeichen sind:
- Eine dauerhaft raue oder schuppige Stelle
- Verhärtungen
- Wiederkehrende Krusten
- Weißliche oder gerötete Bereiche
- Ein undeutlicher Übergang zwischen Lippenrot und Haut
- Blutungen ohne erkennbare Verletzung
- Eine Wunde, die nicht abheilt
Eine aktinische Cheilitis lässt sich nicht zuverlässig mit gewöhnlicher Lippenpflege behandeln. Eine dauerhafte Veränderung sollte hautärztlich untersucht werden. Auch die American Academy of Dermatology weist darauf hin, dass chronisch trockene und schuppige Lippen durch eine aktinische Cheilitis verursacht werden können. American Academy of Dermatology
Was bedeuten unterschiedliche Symptome?
| Symptom | Mögliche Erklärung |
| Trockene, raue Lippen ohne weitere Beschwerden | Meist Wetter, trockene Luft oder ungeeignete Pflege |
| Brennende Lippen nach einem Produkt | Reizung oder Kontaktallergie |
| Roter Ring um den Mund | Häufiges Lippenlecken oder Ekzem |
| Kleine flüssigkeitsgefüllte Bläschen | Lippenherpes möglich |
| Weißliche Beläge im Mund | Pilzinfektion möglich |
| Tiefe Risse an den Mundwinkeln | Mundwinkelrhagaden |
| Heiße, schmerzhafte und geschwollene Lippen | Infektion möglich |
| Trockene Lippen und starke Müdigkeit | Unter anderem Eisenmangel möglich |
| Trockene Lippen und starker Durst | Flüssigkeitsmangel oder Diabetes abklären |
| Dauerhaft raue Stelle an der Unterlippe | Chronischen Sonnenschaden ausschließen |
Diese Zuordnung dient nur zur Orientierung. Viele Beschwerden können unterschiedliche Ursachen haben.
Diagnose: Wie wird die Ursache festgestellt?
Bei einer ärztlichen Untersuchung werden zunächst Aussehen, Verteilung und Dauer der Veränderungen beurteilt. Wichtig sind außerdem mögliche Auslöser.
Typische Fragen sind:
- Seit wann bestehen die Beschwerden?
- Werden bestimmte Produkte verwendet?
- Wurden neue Medikamente begonnen?
- Werden die Lippen häufig abgeleckt?
- Bestehen Allergien oder Hautkrankheiten?
- Sind Mund und Augen ebenfalls trocken?
- Treten Müdigkeit, Blässe oder starker Durst auf?
- Gibt es regelmäßige intensive Sonnenbelastung?
Je nach Verdacht können weitere Untersuchungen folgen:
- Allergietest bei möglicher Kontaktallergie
- Abstrich bei Verdacht auf Pilze oder Bakterien
- Blutbild sowie Eisen- und Vitaminwerte
- Blutzuckerbestimmung
- Schilddrüsenwerte
- Gewebeprobe bei einer verdächtigen dauerhaften Stelle
Nicht jeder Mensch mit spröden Lippen benötigt alle diese Untersuchungen. Sie richten sich nach den individuellen Beschwerden.
Trockene Lippen behandeln: Was hilft wirklich?
Die richtige Behandlung hängt von der Ursache ab. Bei gewöhnlicher Trockenheit helfen vor allem Schutz, reizfreie Pflege und das Vermeiden schädlicher Gewohnheiten.
1. Reizfreie Lippenpflege auftragen
Geeignet sind möglichst einfache, unparfümierte Produkte. Hilfreiche Bestandteile können sein:
- Petrolatum beziehungsweise Vaseline
- Ceramide
- Dimeticon
- Mineralöl
- Rizinusöl
- Sheabutter
Eine fettreiche Salbe bildet einen Schutzfilm und reduziert den Wasserverlust. Sie kann mehrmals täglich sowie vor dem Schlafengehen aufgetragen werden.
2. Lippenlecken und Hautzupfen vermeiden
Wer Hautschuppen abzieht oder auf den Lippen kaut, verursacht kleine Verletzungen. Auch Lippenlecken verstärkt die Austrocknung. Stattdessen sollte bei Spannungsgefühl eine reizfreie Schutzsalbe verwendet werden.
3. Lippen vor Sonne schützen
Ein Lippenprodukt mit Lichtschutzfaktor 30 oder höher schützt vor Sonnenbrand und langfristigen UV-Schäden. Der Schutz muss besonders nach Essen, Trinken oder Schwimmen erneuert werden.
4. Flüssigkeitsmangel ausgleichen
Bei Durst, Hitze, Fieber, Durchfall oder Sport sollte ausreichend getrunken werden. Mehr Wasser zu trinken behebt jedoch keine Kontaktallergie, Infektion oder Lippenentzündung.
5. Trockene Raumluft reduzieren
Regelmäßiges Lüften und eine moderate Raumtemperatur können helfen. Bei sehr trockener Luft kann ein sauber gehaltener Luftbefeuchter sinnvoll sein. Das ist besonders hilfreich, wenn nachts durch den Mund geatmet wird.
6. Auslöser vorübergehend weglassen
Bei Verdacht auf eine Kontaktreaktion kann es helfen, alle nicht notwendigen Lippenprodukte vorübergehend abzusetzen und nur eine einfache, gut verträgliche Fettsalbe zu verwenden. Produkte sollten später einzeln wieder eingeführt werden, damit sich mögliche Auslöser leichter erkennen lassen.
Welche Hausmittel sind sinnvoll?
Eine einfache fetthaltige Schutzsalbe ist meist besser untersucht und kontrollierbarer als komplizierte Hausmittel. Manche natürliche Produkte enthalten Duftstoffe oder Allergene und können empfindliche Lippen reizen.
Nicht empfohlen sind:
- Zitronensaft
- Zahnpasta auf den Lippen
- Unverdünnte ätherische Öle
- Aggressive Zucker- oder Salzpeelings
- Alkoholhaltige Produkte
- Stark aromatisierte Lippenpflege
- Häufiges Abbürsten der Hautschuppen
Honig wird häufig empfohlen, ist aber keine verlässliche Behandlung einer bakteriellen oder pilzbedingten Infektion. Bei offenen Stellen kann er außerdem zum Lecken verleiten.
Trockene Lippen bei Kindern
Bei Kindern entstehen spröde Lippen besonders häufig durch Kälte, Mundatmung und wiederholtes Lippenlecken. Ein roter gereizter Bereich um den Mund deutet oft auf eine Lippenleck-Dermatitis hin.
Eltern sollten darauf achten, dass das Kind:
- Nicht ständig über die Lippen leckt
- Eine einfache, kindersichere Schutzsalbe verwendet
- Ausreichend trinkt
- Bei Sonne einen geeigneten Lippenschutz erhält
- Duftende oder stark aromatisierte Produkte meidet
Bei starken Schmerzen, Fieber, ausgedehnten Bläschen, Eiter oder Trinkverweigerung sollte das Kind ärztlich untersucht werden.
Trockene Lippen in der Schwangerschaft
Hormonelle Veränderungen, Übelkeit, Erbrechen oder ein erhöhter Flüssigkeitsbedarf können trockene Lippen während der Schwangerschaft begünstigen. Auch Eisenmangel kommt in dieser Zeit häufiger vor.
Trockene Lippen allein sind jedoch kein sicherer Hinweis auf einen Schwangerschafts- oder Eisenmangel. Bei zusätzlicher Müdigkeit, Blässe oder Leistungsschwäche können die Blutwerte im Rahmen der Vorsorge kontrolliert werden. Arzneihaltige Salben und hoch dosierte Nahrungsergänzungsmittel sollten nur nach Rücksprache verwendet werden.
Wann sollte man mit trockenen Lippen zum Arzt?
Eine ärztliche oder dermatologische Untersuchung ist ratsam, wenn:
- die Lippen trotz Pflege nach zwei bis drei Wochen nicht besser werden,
- die Beschwerden ständig zurückkehren,
- tiefe oder blutende Risse entstehen,
- die Mundwinkel dauerhaft entzündet bleiben,
- Eiter, Bläschen oder auffällige Beläge auftreten,
- die Lippen heiß, stark schmerzhaft oder geschwollen sind,
- eine einzelne raue Stelle nicht abheilt,
- Verhärtungen, Knoten oder spontane Blutungen entstehen,
- gleichzeitig trockene Augen und ein trockener Mund bestehen,
- Müdigkeit, Blässe, starker Durst oder Gewichtsverlust hinzukommen.
Heiße, schmerzhafte und geschwollene Lippen können auf eine Infektion hindeuten. NHS
Wann ist es ein Notfall?
Plötzlich auftretende Schwellungen von Lippen, Zunge oder Hals können Teil einer schweren allergischen Reaktion sein. Bei Atemnot, Schluckproblemen, Engegefühl im Hals, Schwindel oder Kreislaufproblemen muss sofort der Notruf gewählt werden.
Trockenen Lippen vorbeugen
Die folgenden Maßnahmen schützen die empfindliche Lippenhaut:
- Reizfreie Lippenpflege regelmäßig verwenden
- Lippen nicht ablecken, beißen oder zupfen
- Im Winter vor Wind und Kälte schützen
- Ganzjährig auf UV-Schutz achten
- Ausreichend trinken
- Allergieauslösende Produkte vermeiden
- Sehr trockene Raumluft verbessern
- Bei Mundatmung die Ursache untersuchen lassen
- Mangelerscheinungen nicht auf Verdacht behandeln
- Dauerhafte Veränderungen frühzeitig kontrollieren lassen
Fazit zur Trockene-Lippen-Krankheit
Eine bestimmte Trockene-Lippen-Krankheit gibt es nicht. In den meisten Fällen führen Wetter, trockene Luft, Sonne, häufiges Lippenlecken oder reizende Pflegeprodukte zu spröden Lippen. Die Beschwerden lassen sich dann meist mit konsequentem Schutz und einer einfachen, unparfümierten Fettsalbe lindern.
Bleiben die Lippen jedoch dauerhaft trocken, kommen eine Cheilitis, Kontaktallergie, Hautkrankheit, Infektion, Medikamentennebenwirkung oder ein Nährstoffmangel infrage. Auch Diabetes oder eine Schilddrüsenunterfunktion können indirekt beteiligt sein, verursachen aber normalerweise weitere Symptome.
Besonders wichtig ist eine Untersuchung bei starken Schwellungen, wiederkehrenden Entzündungen, auffälligen Belägen oder einer rauen Stelle, die nicht abheilt. So lassen sich behandelbare Ursachen und seltene, aber ernstere Veränderungen frühzeitig erkennen.
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Häufige Fragen zur Trockene-Lippen-Krankheit
Möglich sind eine Lippenentzündung, Kontaktdermatitis, Neurodermitis, Pilzinfektion oder ausgeprägte Mundtrockenheit. Häufiger entstehen trockene Lippen jedoch durch Wetter, Sonne, Lippenlecken oder ungeeignete Pflege.
Ein Eisenmangel sowie ein Mangel an bestimmten B-Vitaminen oder Zink können beteiligt sein. Trockene Lippen allein beweisen keinen Mangel. Blutwerte und weitere Symptome sind für die Diagnose entscheidend.
Trockene Lippen allein sind kein typisches Diabeteszeichen. Bei gleichzeitig starkem Durst, häufigem Wasserlassen, Gewichtsverlust oder Müdigkeit sollte der Blutzucker kontrolliert werden.
Eine Schilddrüsenunterfunktion kann allgemein trockene Haut und möglicherweise spröde Lippen verursachen. Meist treten zusätzlich Müdigkeit, Kälteempfindlichkeit, Gewichtszunahme oder Verstopfung auf.
Das Pflegeprodukt kann reizende Duft-, Aroma- oder Kühlstoffe enthalten. Weitere mögliche Ursachen sind häufiges Lippenlecken, Mundatmung, eine Kontaktallergie, ein Lippenekzem oder eine Medikamentennebenwirkung.
Eine dicke Schicht einer reizfreien, unparfümierten Fettsalbe kann den Wasserverlust reduzieren. Zusätzlich sollten Lippenlecken, Hautzupfen, aggressive Peelings und aromatisierte Produkte vermieden werden.
Reine Vaseline beziehungsweise Petrolatum bildet einen schützenden Film und reduziert den Feuchtigkeitsverlust. Sie führt der Haut zwar keine Feuchtigkeit zu, kann vorhandene Feuchtigkeit aber einschließen und die Heilung unterstützen.
Medizinisch abgeklärt werden sollten starke Schwellungen, Eiter, ausgeprägte Schmerzen, Blutungen, nicht heilende Wunden, Verhärtungen und dauerhaft raue Stellen. Atemnot zusammen mit plötzlich geschwollenen Lippen ist ein Notfall.
Brennende Lippen können durch gereizte Haut, eine Kontaktallergie, Entzündung, Infektion oder ungeeignete Pflegeprodukte entstehen. Bleibt das Brennen bestehen, sollte die Ursache ärztlich untersucht werden.
Gewöhnliche spröde Lippen sind nicht ansteckend. Lippenherpes sowie manche bakterielle oder pilzbedingte Infektionen können jedoch übertragen werden. Bläschen, Beläge oder nässende Stellen sollten deshalb genauer beurteilt werden.
